Gegenstand der Ausschreibung sind Fachplanungsleistungen für die Förderanlagen (Anlagengruppe 6 gemäß HOAI) im Rahmen des Neubaus Zentralklinikum - 2. Bauabschnitt am Universitätsklinikum Bonn.
Das Universitätsklinikum Bonn (UKB) errichtet als Maximalversorger mit rund 1.300 Betten einen Ersatzneubau für das Operative Zentrum als zweiten Bauabschnitt des neuen Zentralklinikums. Der Neubau entsteht im funktionalen Zusammenhang mit dem bereits im Bau befindlichen Herzzentrum (1. Bauabschnitt) im zentralen Bereich des Venusberg-Campus. Das Gebäude umfasst Erdgeschoss, vier Obergeschosse sowie ein Untergeschoss und beinhaltet u. a. einen Zentral-OP mit 16 OP-Sälen, Intensivpflege mit 48 Betten, Allgemeinpflege mit 130 Betten, Ambulanzflächen sowie CT- und MRT-Diagnostik. Die geplante Nutzfläche beträgt ca. 17.000 m². Das Gesamtbudget der Maßnahme (KG 100-700) liegt bei ca. 278 Mio. EUR brutto.
Die ausgeschriebenen Leistungen umfassen die vollständige Fachplanung der Förderanlagen über die Leistungsphasen 1-8 gemäß HOAI 2021 in stufenweiser Beauftragung. Hierzu gehören insbesondere:
Planung sämtlicher Aufzugsanlagen (Personen-, Betten-, Material-, Speisen- und Lastenaufzüge) einschließlich verkehrstechnischer Dimensionierung, Integration in das Erschließungskonzept und Berücksichtigung hygienischer, brandschutztechnischer und betriebsspezifischer Anforderungen.
Planung einer zentralen Rohrpostanlage einschließlich Anbindung an bestehende Systeme zur Versorgung mit Laborproben, Medikamenten und Kleinmaterialien unter Berücksichtigung logistischer Priorisierung, Hygieneanforderungen und IT-Schnittstellen.
Planung eines fahrerlosen Transportsystems (FTS) zur automatisierten Warentransportversorgung (AWT) mit Anbindung an das campusweite Tunnelsystem einschließlich Schnittstellen zu Aufzügen und Übergabestationen in den Pflege- und Funktionsbereichen.
Die Planung erfolgt integrativ im interdisziplinären Planungsteam (Objektplanung, TGA, Medizintechnik, Tragwerksplanung, Brandschutz u. a.) unter Anwendung der BIM-Methodik. Die Fachplanung Förderanlagen ist als modellverantwortliche Disziplin vollständig in den BIM-Prozess eingebunden und hat die Auftraggeber-Informationsanforderungen (AIA) sowie den BIM-Abwicklungsplan (BAP) zu berücksichtigen.
Besondere Rahmenbedingungen ergeben sich aus der innerstädtischen Campuslage, der baulichen Anbindung an Bestandsgebäude, dem laufenden Klinikbetrieb sowie aus hohen Anforderungen an Betriebssicherheit, Redundanz und Verfügbarkeit. Die Maßnahme unterliegt den Vorgaben des Bewertungssystems Nachhaltiges Bauen (BNB) mit dem Ziel einer Zertifizierung mindestens in Silber.
Die Beauftragung erfolgt stufenweise:
Leistungsstufe 1: LPH 1-2
Leistungsstufe 2: LPH 3-4 (inkl. HU-Bau)
Leistungsstufe 3: LPH 5-6
Leistungsstufe 4: LPH 8
Ein Rechtsanspruch auf Beauftragung weiterer Leistungsstufen besteht nicht.