Der Auftraggeber beabsichtigt den Abschluss eines Rahmenvertrages über die fachtechnische Prüfung von Planungs- und Ausführungsunterlagen sowie die Durchführung von Sachverständigenleistungen für Bauvorhaben des Universitätsklinikums Köln im Bereich technischer und baulicher Anlagen.
Gegenstand des Verfahrens ist die gewerkeübergreifende Beauftragung externer Sachverständiger für insbesondere folgende Leistungsbereiche:
vorbeugender baulicher Brandschutz, Elektrotechnik/Sicherheitstechnik,
Technische Gebäudeausrüstung (Heizung, Lüftung, Sanitär),
Tragwerk/Konstruktion, Medizintechnik/Reinräume sowie
Explosions- und Arbeitsschutz.
Die Leistungen umfassen u.a. die Prüfung der Ausführungsplanung in der Leistungsphase 5 (HOAI-Bezug), den Abgleich mit den einschlägigen technischen Regelwerken und Genehmigungsauflagen, die Erstellung von Prüfberichten mit Abweichungs- und Mängellisten sowie die Begleitung der Abnahmeprüfungen.
Die Prüfungen erfolgen insbesondere nach den Anforderungen der SVVO NRW und der PRÜF VO NRW für die jeweils einschlägigen Fachrichtungen (z.B. TGA-Anlagen, Sicherheitsbeleuchtung, Brandmeldeanlagen, bautechnische Prüfungen).
Der Auftragnehmer setzt hierfür ausschließlich entsprechend anerkannte bzw. qualifizierte Sachverständige ein; sämtliche Prüfer müssen öffentlich bestellte oder anerkannte Sachverständige sein.
Der Rahmenvertrag ist nicht exklusiv; der Auftraggeber behält sich vor, gleichartige Leistungen parallel oder ergänzend gesondert auszuschreiben.
Die Leistungen werden im Einzelfall auf Abruf durch das Projektmanagement medfacilities Bau GmbH (mf Bau) im Namen des Universitätsklinikums Köln abgerufen.
Voraussichtliche Vertragslaufzeit / Volumen
Vertragslaufzeit: ca. 4 Jahre (voraussichtlich 01.09.2026 bis 31.08.2030).
Maximale Abrufmenge aus dem Rahmenvertrag: bis zu 1.500.000,00 EUR netto über die gesamte Laufzeit; Eine Mindestabnahmepflicht besteht nicht.
Vergütungsmodell
Die Vergütung erfolgt nach Aufwand auf Basis vereinbarter Stundensätze für drei Leistungsphasen (Planungsphase, Baustellentermine, Erstprüfungen vor Inbetriebnahme).
Die Stundensätze werden im Preisblatt angeboten; Reisekosten und Nebenkosten sind als All-in-Preise in den Stundensätzen enthalten.
Besondere Anforderungen an die Eignung
Von der Leistungserbringung sind schwerpunktmäßig Sachverständigenbüros angesprochen, die:
- über anerkannte Prüfsachverständige nach PRÜF VO NRW (z.B. Versorgungstechnik, Elektrotechnik) bzw. anerkannte bautechnische Sachverständige nach SVVO NRW verfügen;
- mindestens 5 Jahre einschlägige Berufserfahrung der Schlüsselpersonen nachweisen;
- mindestens 3 vergleichbare Prüfaufträge in den letzten Jahren nachweisen (z.B. Prüfungen von Anlagen mit Anlagensummen > 250.000 EUR netto je Kostengruppe);
- einen ausreichend großen, interdisziplinären Sachverständigen-Pool für die relevanten Gewerke (Brandschutz, TGA, Elektro, Tragwerk, Medizintechnik, Explosions-/Arbeitsschutz) vorhalten und dessen Verfügbarkeit nachweisen;
- die personelle Kontinuität sicherstellen (mindestens 80 % der im Angebot benannten Schlüsselpersonen müssen während der Projektlaufzeit tatsächlich eingesetzt werden).
Zuschlagskriterien (Kurzinfo)
Der Zuschlag erfolgt auf das wirtschaftlichste Angebot nach dem Verhältnis Qualität zu Preis. Die Qualität wird mit 70 %, der Preis mit 30 % gewichtet.
Auf der Qualitätsseite werden insbesondere bewertet:
- ein projektbezogenes Prüfkonzept für einen Krankenhausbau (ca. 50 Mio. EUR, OP/Intensiv/Labor),
-ein Konzept zur Reaktionszeit/Erreichbarkeit (bis zu 4 Stunden) sowie
-Größe und Nähe des Sachverständigen-Pools (Anfahrtszeit: 60-180 Minuten nach Köln).
Die Konzepte werden durch drei Fachangehörige bewertet. Für den Fall abweichender Einzelbewertungen einigen sich die Fachangehörigen auf eine gemeinsame Bewertung.
Der Preis wird anhand des Gesamtpreises aus den angebotenen Stundensätzen und fiktiven Jahresmengen für 4 Jahre relativ zum günstigsten Angebot bewertet.