Das UKM befindet sich in einer angespannten wirtschaftlichen Lage und sieht sich auch nur langfris-tig, frühestens 2030, in der Lage, wieder positive EBITDAR-Ergebnisse zu erwirtschaften. Neben der systematischen Unterfinanzierung sowohl der Betriebskosten als auch der Investitionskosten und neben Wirtschaftlichkeitsnachteilen der Universitätskliniken in der Krankenversorgung ist dies nach vorliegender Einschätzung insbesondere auf ein unwirtschaftliches Leistungsniveau zurückzuführen, begründet insbesondere durch Personalmangel und künftig begründet durch starke infrastrukturell bedingte Einschränkungen. Gleichzeitig weisen die Krankenhausplanung in NRW und das KHVVG den Universitätskliniken eine noch größere und stärkere Rolle innerhalb der Krankenhauslandschaft zu, insbesondere auch kapazitativ.
Vor diesem Hintergrund verfolgt das UKM trotz schwieriger Rahmenbedingungen eine Wachs-tumsstrategie mit den Zielen, die kapazitativen Engpässe zu überwinden, den politisch gestellten An-forderungen gerecht zu werden und die systematische Unterfinanzierung durch die Realisierung von Fixkostendegressionseffekten zu kompensieren. Diese Strategie wird dabei flankiert durch ein ope-ratives Management, das darauf ausgerichtet ist, einerseits angesichts der Ergebnissituation Kos-teneffizienz sicherzustellen und andererseits darauf, nicht durch kurzfristige Kostenreduzierungen die personelle, technische und strukturelle Substanz zu gefährden, die künftig zur Realisierung eines ge-genüber heute deutlich höheren Leistungsniveaus benötigt wird.
Der Auftragnehmer/das Beratungsunternehmen soll erstens (A) auf strategischer Ebene
- auf Basis einer Analyse der Ergebnissituation des UKM und seiner Bestimmungsgründe die Er-folgsträchtigkeit der verfolgten Strategie - unter Einbeziehung der Konzentrierungseffekte im Rahmen der Krankenhausplanung in NRW sowie des KHVVG - prüfen,
- die vom UKM als für die Strategie erfolgskritisch identifizierten Faktoren auf Vollständigkeit prüfen und ggf. ergänzen und
- ggf. noch vorhandene Potenziale bei der Gestaltung dieser strategischen Faktoren, insbeson-dere in Bezug auf die zukünftige Vorhaltefinanzierung sowie die besondere Rolle von Universi-tätskliniken gemäß KHVVG aufzeigen.
Zweitens (B) soll der Auftragnehmer/das Beratungsunternehmen
- operative Stellhebel/Faktoren identifizieren, die bedeutenden Einfluss auf die Kostenwirtschaft-lichkeit des UKM haben - deren kostenwirtschaftliche Optimierung also bedeutsamen, unterstüt-zenden Einfluss auf die Ergebnissituation haben kann, ohne unmittelbar strategiekritisch zu sein.
- Ferner sollen für diese kostenwirtschaftlichen, operativen Stellhebel Verbesserungspotenziale aufgezeigt werden.
Die Beratung soll eng durch den Aufsichtsrat begleitet werden: Das Beratungsunternehmen soll un-abhängig direkt an den Aufsichtsrat berichten. Hierzu erfolgt nach der Beauftragung ein Eingangs-gespräch mit dem Aufsichtsrat, sodass Ziele und Wünsche der Beratung durch den Aufsichtsrat di-rekt an das Beratungsunternehmen kommuniziert werden können. Die operative Begleitung der Bera-tungsdurchführung erfolgt durch den UKM-Vorstand. Der Bericht über die Ergebnisse soll durch das Beratungsunternehmen unabhängig dem Aufsichtsrat vorgelegt werden.